MERCI_V02
MERCI ODER NICHT?! (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:01:05]
meinen Sohn ein Praktikum gemacht haben.
[00:00:01:05 - 00:00:02:10]
Jetzt will er kein Arzt mehr werden.
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Am letzten Arbeitstag habe ich zu ihm gesagt, du nimmst eine Merci-Packung bitte mit als Dankeschön, dass du dort dein Praktikum kostenlos machen konntest, dein Schülerpraktikum.
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Und dann hat er mich entsetzt angeguckt und gesagt, hä?
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Die müssten mir eine Merci-Packung schenken, weil ich kostenlos losgearbeitet habe.
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Ist auch irgendwie ein Ansatz.
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Ich habe es durchgesetzt, weil ich die Mutter bin.
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Er hat es abgegeben, er hat nicht verstanden, warum er es da abgegeben hat und findet das immer noch falsch.
[00:00:26:21 - 00:00:28:22]
Also er kann es nachvollziehen, aber wäre nicht einverstanden.
MENSTRUATIONSTAGE_V02
MENSTRUATIONS-TAGE FREI? (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:02:01]
Wie ist denn das hier mit Menstruationstagen?
[00:00:02:03 - 00:00:03:17]
Kann ich da zu Hause bleiben oder nicht?
[00:00:03:23 - 00:00:10:02]
Meine Elterngeneration, Babyboomer, ich darf sie ja benutzen in dem Beispiel, die wären nie drauf gekommen, diese Frage zu stellen.
[00:00:10:05 - 00:00:12:20]
Die hätten auch niemals auf diese Frage geantwortet.
[00:00:12:21 - 00:00:15:00]
Für junge Menschen ist das eine Selbstverständlichkeit.
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Und wir haben ja auch im Umfeld auch Krankenhäuser, Gesundheitseinrichtungen, die darauf Antworten finden.
[00:00:20:00 - 00:00:24:06]
Und das halte ich für eine Lernmöglichkeit unserer Zeit jetzt.
MEINST DU DAS AUCH SO_V02
SEI EINFACH EHRLICH! (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:01:11]
Das musst du dir nicht antun, mein Engel.
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So komm, wie du bist.
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Komm zu uns.
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Und die hatten im Onboarding, also in der Werbung für junge Menschen, für Auszubildende, sehr viel Dinge geworben, die es gar nicht gab.
[00:00:09:22 - 00:00:14:21]
Als ich dann mit den jungen Menschen gesprochen habe, haben die zu mir gesagt, na Frau Kirchner, soll ich mich jetzt wirklich im Du bewerben?
[00:00:14:22 - 00:00:16:14]
Oder soll ich im Sie schreiben?
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bin ich aber eigentlich ungleich zur Ausschreibung.
[00:00:19:18 - 00:00:20:16]
Da war aber niemand im Du.
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Und es gab viele Teamkonflikte.
[00:00:22:24 - 00:00:26:23]
Das tragen tatsächlich junge Menschen und auch in der Arbeitsmarktwirkkarte ist nicht mit.
[00:00:27:00 - 00:00:30:09]
Und die haben Eltern, die sagen, das musst du dir nicht antun, mein Engel.
DIE WELT_V02
DIE WELT WIRD KLEIN (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:04:02]
Als meine Eltern eine Jugendweihe hatten, die hatten ein Buch bekommen, Welt, All, Erde, Mensch.
[00:00:04:05 - 00:00:05:15]
Also du bist Teil von was ganz Großen.
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Ich bin Generation Y.
[00:00:07:15 - 00:00:10:00]
Ich habe bekommen, du und Europa.
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Mein Bruder ist jünger, wir leben in Sachsen.
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Der hat bekommen, du und Sachsen.
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Mein Sohn hat bekommen, du und dein Körper.
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Vor drei Jahren.
[00:00:17:06 - 00:00:19:09]
Also du siehst immer ein bisschen kleiner.
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Und da kann man gar nicht, wenn jemand dann vielleicht sich eine Woche krank meldet, der denkt, na das ist so, der Arzt hat das gesagt, das ist ja nichts weiter, als zu sagen, ich vertraue da.
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Dem der Ansprechperson.
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Krankenrückkehrgespräche.
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Zugehörigkeit stärken.
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Du bist Teil des Teams.
[00:00:33:13 - 00:00:34:15]
Gut, dass du wieder da bist.
GEN Z
GEN Z (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:04:16]
Das ist eine Generation, die zum ersten Mal in sehr unsicheren Zeiten lebt.
[00:00:04:18 - 00:00:08:08]
Die erzählen mir ganz oft, Frau Kirchner, das Einzige, was ich noch in der Hand habe, bin doch ich.
[00:00:08:11 - 00:00:11:21]
Für die Generation hat man freies Spiel in die Kita eingeführt auch.
[00:00:13:00 - 00:00:17:06]
Bedeutet, die haben ein bisschen viel mit ihren Eltern, machen die viel, weil die wollen ja auch.
[00:00:17:09 - 00:00:21:09]
Und das muss man immer mitdenken, Generation Z ist eine harmonieorientierte Generation.
[00:00:21:21 - 00:00:24:06]
Die haben häufig, haben sich Eltern mit eingesetzt.
[00:00:24:07 - 00:00:28:20]
Also gehe ich ja häufig von aus, es gibt einen Erwachsenen, der sich für mein Problem interessiert.
[00:00:28:22 - 00:00:33:24]
Und das ist wirklich wichtig, dass man gutes Onboarding hat, gut sagt, was machen wir hier, was ist krank.
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Also wirklich im Sinne ganz pragmatisch.
1boom
BABYBOOMER IM RUHESTAND (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:04:02]
Also die Menschen, die jetzt im Vorruhestand gehen und kurz vorm Ruhestand sind, sind die Babyboomer.
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Je nachdem, welche Literatur, immer so 1956 bis 1964 Geborene.
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Und du musst wissen, bei Generationsforschung, man forscht immer in deren Phase, wenn die 12 bis 19 Jahre sind.
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Was war da los?
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Und wir kommen aus einer sehr...
[00:00:22:04 - 00:00:22:23]
Strukturierten Welt.
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Wir kommen aus einer sehr hierarchischen, werteorientierten Erziehung und auch aus einer statusorientierten Welt.
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Ich weiß nicht, ob du das noch kennst, dass man die Frau vom Arzt dann auch Frau Doktor genannt hat.
[00:00:33:21 - 00:00:37:22]
Oder die Frau vom Apotheker war die Frau Apothekerin, war die Frau Bürgermeisterin.
[00:00:37:23 - 00:00:40:08]
Wir waren gewohnt, uns in diesen Rollen anzusprechen.
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Dokumentation im Krankenhaus war oft handschriftlich.
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Besuchszeiten waren sehr klar.
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Montag oder Mittwoch und Samstag mal ein Stündchen.
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Wir sind nicht vom aufgeklärten Patienten ausgegangen.
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Und der ist Mitgestalter, sondern meine Eltern fanden das, besonders mein Vater, immer gut.
[00:00:58:05 - 00:01:05:00]
Die weiße Wolke kennst du vielleicht noch so und dann hat er das gesagt und die Patientin hat ihm gefolgt.
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Das heißt, wenn zum Beispiel Grüßen ist für ältere Menschen Babyboomer, total wichtig, das ist eine Frage der Erziehung.
[00:01:14:19 - 00:01:17:04]
Für junge Menschen hat das gar nichts mit Erziehung zu tun.
[00:01:17:21 - 00:01:20:02]
Aber die sind werteorientiert erzogen worden.
[00:01:20:16 - 00:01:28:06]
Ja, so du kennst vielleicht noch Lehrjahre sind keine Herrenjahre, wenn die, weiß ich nicht, der Kuchen spricht, haben die Krümel, Sendepause und so weiter.
[00:01:28:09 - 00:01:35:14]
Ich kenne auch manche Stationsleitungen, die mir sagen, Frau Kirschner, ich durfte gar nicht im Schwesternzimmer mit frühstücken, musste warten, bis das vorbei war.
[00:01:35:17 - 00:01:43:23]
Und dann, oder wenn die Klingel geklingelt hat, hat sich viele Menschen, da war nicht unklar, wer geht denn jetzt hin, sondern da war schon klar, dass der Auszubildende geht.
[00:01:44:14 - 00:01:48:01]
Und das heißt, die haben auch schon viel digitalisiert.
[00:01:48:01 - 00:01:49:05]
Das will ich gerne auch sagen.
[00:01:49:11 - 00:01:53:21]
Die kommen ja von Handschrift, Schreibmaschine, Diskette, Computer.
[00:01:54:01 - 00:01:55:17]
Also da ist schon ganz viel passiert.
[00:01:56:02 - 00:02:02:02]
Und die erwarten natürlich manchmal, immer statistisch gesehen, eine Wertschätzung für bisher geleistete Arbeit.
[00:02:03:21 - 00:02:11:24]
Junge Menschen, die in einer anderen Welt leben, selbst schon Generation meine Generation, wenn jemand erzählt, was er alles gemacht hat, die sagen manchmal, ja, hättest du doch nicht machen müssen.
[00:02:13:11 - 00:02:20:02]
Das ist aber ein großer Affront für diese Generation, weil die mussten das aber machen.
[00:02:20:06 - 00:02:24:03]
Da ging es weniger um, wie fühlst du dich und ich fühle es heute oder nicht.
[00:02:24:07 - 00:02:25:21]
Die haben also viel getragen.
[00:02:25:21 - 00:02:29:20]
Die hatten wenig diese Arbeitszeitmodelle, die jetzt junge Mütter und Väter haben.
[00:02:30:05 - 00:02:35:00]
Manchmal gibt es da auch ein Bedauern, weil die tatsächlich ja auch anders gerne gearbeitet hätten.
POV Zwei Perspektiven beide haben recht
STREIT UMS BETTENMACHEN (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:02:11]
die Situation unklar war, wie wird das Bett richtig gemacht.
[00:00:02:15 - 00:00:06:14]
Es gab also praktisch eine gestandene Stationsschwester, die gesagt hat, das Bett muss so und so gemacht werden.
[00:00:06:16 - 00:00:10:16]
Und eine junge Schülerin, die wollte das gerne machen, wie in der Schule gelernt.
[00:00:11:07 - 00:00:15:14]
Und das ging dann so weit, dass dann auch schon sämtliche Leute eingeschaltet waren.
[00:00:15:19 - 00:00:17:10]
Und nun ist die Frage, wer hat ein Recht?
[00:00:17:21 - 00:00:19:11]
Also wie wird das Bett gemacht?
[00:00:20:03 - 00:00:25:05]
Und es ist natürlich berechtigt, Verstehen heißt nicht Einverstanden sein, zu sagen, hier drüben.
[00:00:25:13 - 00:00:32:07]
so wie das Bett eine erfahrene Stationsschwester gemacht hat, lohnt sich auch zu vertrauen und zu sagen, guck mal, das ist eine Erfahrung von vielen Jahren.
[00:00:32:10 - 00:00:33:10]
Das kann man anerkennen.
[00:00:33:19 - 00:00:40:12]
Genauso gut ist anzuerkennen, dass jemand vielleicht neuere Dinge mitbringt, ohne das andere dadurch abzuwerten.
[00:00:40:13 - 00:00:47:03]
Das war eine klassische Situation, wo man dann gucken muss, wie gehen wir damit um?
[00:00:47:05 - 00:00:49:02]
Zwei Perspektiven, die beide richtig sind.
[00:00:49:19 - 00:00:52:07]
Aber wir müssen die eben verhandeln und besprechen.
[00:00:52:18 - 00:00:54:14]
Okay, das liegt jetzt ja erstmal auf der Hand.
[00:00:54:17 - 00:00:56:02]
Also wieso klappt das nicht?
[00:00:56:05 - 00:01:00:20]
Oder was hast du als Tipp, wie so der Perspektivenwechsel da helfen kann?
[00:01:01:03 - 00:01:05:09]
Zum Beispiel, manchmal steht dahinter ja auch ein anderes Bedürfnis.
[00:01:06:00 - 00:01:11:07]
Tatsächlich hat diese erfahrene Schwester immer gesagt, wir machen das ja schon immer so.
[00:01:11:11 - 00:01:13:05]
Nee, das brauchen wir jetzt nicht, wir machen das schon immer so.
[00:01:13:23 - 00:01:20:02]
Und dahinter stand natürlich, das ist tatsächlich auch ein Praxistipp, wenn ich diesen Satz höre, wir machen das schon immer so.
[00:01:20:17 - 00:01:26:10]
mehrheitlich von Menschen, die lange im Beruf sind, dann kann dahinter oft eine fehlende Wertschätzung stehen.
[00:01:26:14 - 00:01:33:09]
Die haben schon sehr viel mitgemacht, die haben schon sehr viel digitalisiert, die haben schon sehr viel Veränderung mitgemacht und das wird meistens nicht anerkannt.
[00:01:33:12 - 00:01:47:12]
Meistens wird der Fokus auf die jungen Menschen im Wettbewerb um Talente, Fachkräftemangel gelegt und dann kann das schon entstehen, dass ich über diese Situation mich sichtbar machen muss und mich daran festhalten muss, bis mal jemand kommt und mich wirklich wertschätzt.
[00:01:47:15 - 00:01:59:13]
Aber nicht im Sinne von dieses Pseudo-Wertschätzen, sondern tatsächlich auch mal anerkennt, was ich hier getan habe und wirklich mal sagt, wow, Frau Körner, was Sie hier seit so vielen Jahren uns die Treue halten.
[00:01:59:20 - 00:02:01:11]
Das hätten vielleicht andere nicht gemacht.
[00:02:02:05 - 00:02:09:08]
Und wenn ich das nicht anerkenne, dann löst sich diese Schleife von, wir haben das Bett schon immer so gemacht und meine Bedürfnisse sind hier nicht wichtig.
[00:02:09:13 - 00:02:10:24]
Das löst sich dann nicht auf.
[00:02:11:23 - 00:02:15:21]
Und wenn ich darauf bestehe, dann müsste ich auch sagen, warum ich darauf bestehe.
[00:02:15:23 - 00:02:16:24]
Auf beiden Seiten.
[00:02:17:05 - 00:02:19:03]
Hier sind ja auch die jungen Menschen in der Pflicht.
POV Zugehörigkeit schlägt Kontrolle
WER IST DA? (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:04:19]
Sondern wir wollen ja eben, und wir sind, das habe ich eingangs gesagt, in einer zunehmend individualisierten Welt.
[00:00:05:00 - 00:00:07:17]
Und es ist wichtig, Gemeinschaft herzustellen, Zugehörigkeit.
[00:00:07:20 - 00:00:10:24]
Es ist ein starkes Bedürfnis von Menschen, zu sagen, geht es dir besser?
[00:00:11:07 - 00:00:12:13]
Schön, dass du wieder da bist.
[00:00:13:05 - 00:00:18:22]
Ich kenne auch schon Krankenhäuser, die machen nicht mehr die Frage, wer fehlt heute im Dienstplan, sondern die Fragen, wer ist denn da?
POV Manche Schwächen managt man einfach
MANAGE DEINE SCHWÄCHE (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:07:11]
Wenn ich jetzt jemand bin, der vielleicht nicht gut kommuniziert laut Lehrbuch, dann manage deine Schwäche.
[00:00:08:01 - 00:00:12:11]
Dann guck, dass du nicht in Situationen kommst, wo du jetzt dran bist, sondern wo du dir Unterstützung holst.
[00:00:12:16 - 00:00:17:08]
Weg von diesem, wir können alles lernen und jeder kann zu Kommunikationsseminaren.
[00:00:17:09 - 00:00:24:24]
Wenn ich wirklich am äußeren Rand bin von, es ist schon grenzwertig, dann komme ich nicht auf die wertschätzende Seite, auch nicht mit 100 Seminaren.
[00:00:25:05 - 00:00:28:02]
Nicht, dass man sich nicht entwickeln kann, aber es ist vielleicht nicht mein Talent.
[00:00:28:23 - 00:00:32:20]
Dann muss ich schauen, dass ich so ein bisschen manage diese Schwäche.
[00:00:32:23 - 00:00:34:06]
Vielleicht Rollen vergebe.
[00:00:34:07 - 00:00:37:17]
Ja, sage, ach Frau so und so, ich würde mal heute eher zuhören.
[00:00:37:19 - 00:00:39:01]
Das Wort hat heute.
[00:00:40:11 - 00:00:42:22]
Ihnen würde ich mal zuhören empfehlen und nicht sprechen.
[00:00:43:00 - 00:00:44:07]
Das kommt bestimmt immer gut an.
POV Jeder gibt sich Mühe im Leben
VERSTEHEN ≠ EINVERSTANDEN SEIN (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:06:22]
Wozu ich einladen möchte, ist tatsächlich ein Stück weit Respekt vor anderen Lebensentwürfen, vor anderen Sichtweisen.
[00:00:06:22 - 00:00:10:24]
Ich würde immer einladen zum Perspektivwechsel, sich zu interessieren mit dem Blick.
[00:00:11:08 - 00:00:13:00]
Verstehen heißt nicht einverstanden sein.
[00:00:13:16 - 00:00:17:17]
Und dass meine Schlussfolgerung, auf die ich komme, nicht die richtige sein muss.
[00:00:17:20 - 00:00:19:07]
Wir geben uns alle Mühe im Leben.
[00:00:19:11 - 00:00:22:15]
Wir gucken ja praktisch nur auf eine Seite von dem Würfel.
[00:00:22:16 - 00:00:28:06]
Und ich gehe immer davon aus und würde das immer unterstellen, jemand bemüht sich im Rahmen seiner Möglichkeiten.
POV Führung heißt nicht alles alleine lösen
FRAG DEIN TEAM (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:06:22]
Als ich jung war, mal gestartet mit der Idee, so Power-Mindset, was man so liest und du kannst ja ganz viel gestalten und so weiter.
[00:00:07:02 - 00:00:12:14]
Und dann bin ich relativ schnell auch an Grenzen gekommen, weil natürlich hilft ein Power-Mindset nur bedingt.
[00:00:12:15 - 00:00:15:13]
Es ist wichtig, dass man überhaupt gestalten will.
[00:00:16:06 - 00:00:21:05]
Und ich hatte eine Situation, wo ich selber dann mit der Führungskraft geübt habe.
[00:00:21:14 - 00:00:26:20]
Und wir hatten uns geteilt, nämlich ein Teil wusste das Team und ein Teil wusste die Führungskraft.
[00:00:27:05 - 00:00:30:16]
Und sie konnte die Aufgabe nicht lösen, ohne das Team zu fragen.
[00:00:31:04 - 00:00:32:20]
Und die Führungskraft war in dem Fall ich.
[00:00:32:22 - 00:00:36:24]
Und ich habe sehr das wahrgenommen, ich bin jetzt Führungskraft, ich muss das jetzt lösen.
[00:00:37:04 - 00:00:45:07]
Und ich habe da vor mich hingefummelt und irgendwann hat mich jemand aus dem Team gefragt und gesagt, Theresa, frag doch mal uns, was wir wissen.
[00:00:45:22 - 00:00:53:07]
Und das fiel mir, das ist fast unangenehm, das zu erzählen, wie Schuppen vor den Augen, richtig, ich kann das gar nicht alleine herstellen.
[00:00:53:19 - 00:00:55:23]
Also Zusammenarbeit gelingt im Team.
[00:00:56:23 - 00:01:05:06]
Aber mit ambitioniert, frisch aus dem Team heraus Führungskraft geworden, dachte ich, ich habe das gespürt, meine Verantwortung, ich muss das für uns lösen.
[00:01:05:06 - 00:01:08:20]
Und das ging katastrophal in die Hose, weil ich das nicht lösen konnte.
[00:01:09:06 - 00:01:24:01]
Und seitdem, und das ist mein Game Changer, weiß ich, wie wichtig das ist, viele Perspektiven reinzuholen, nicht die Verantwortung abzugeben, aber zu fragen, das wissten ihr, ich entscheide immer noch, aber sich mehrere Seiten einer Medaille anzugucken.
[00:01:24:12 - 00:01:30:00]
Und darum sage ich immer noch, interessierte Führung, das hat mich sehr geprägt, ist eine unterschätzte Führungskompetenz.
[00:01:30:01 - 00:01:37:11]
Wir wollen oft Aktionismus und vergessen aber, mal wie bei dir in der Medizin, uns mal mit der Diagnose zu beschäftigen.
[00:01:37:12 - 00:01:40:18]
Man würde auch nicht in der Medizin einfach anfangen, eine Therapie zu machen und sagen, wird schon.
[00:01:41:11 - 00:01:46:23]
Und das erlebe ich aber ganz oft, dass irgendwie, machen Sie mal Workshop, machen Sie mal Führungsentwicklung.
[00:01:46:24 - 00:01:49:17]
Das zahlt auf nichts ein, wenn wir vorher das Problem nicht verstehen.
POV Du verstehst ihn akzeptierst es aber nicht
VERSTEHEN ≠ EINVERSTANDEN (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:07:03]
Und tatsächlich beginnt hier eigentlich die Aufklärung, was ist bei uns los, wir müssen das thematisieren.
[00:00:07:04 - 00:00:15:15]
Und das ist auch meine Einladung, das zu thematisieren und zu sagen, okay, wenn du wieder da bist, müssen wir darüber sprechen, wie bei uns Abwesenheit gehandelt wird.
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Es gibt einen schönen Spruch, Verstehen heißt nicht Einverstanden sein.
[00:00:19:07 - 00:00:20:06]
Für den stehe ich.
[00:00:20:08 - 00:00:24:06]
Man kann verstehen, dass er gerade das nicht fühlt, okay, man ist aber nicht einverstanden.
[00:00:24:17 - 00:00:27:15]
Also Perspektivwechsel heißt nicht, ich muss alles hinnehmen und akzeptieren.
[00:00:27:18 - 00:00:36:20]
In dem Beispiel würde ich immer sagen, das habe ich auch ihr geraten, wenn derjenige kommt, das Gespräch zu führen, zu sagen, guck mal, bei uns gibt es die und die Varianten.
POV Azubi kommt einfach nicht zur Arbeit
ICH FÜHL'S HEUTE NICHT. (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:08:22]
Danke dafür, denn ich erinnere eine Situation im November letzten Jahres, wo mich eine Stationsleitung angerufen hat und gesagt hat, Frau Kirschner, was mache ich jetzt?
[00:00:08:24 - 00:00:11:15]
Denn tatsächlich hat sie ihren Auszubildenden vermisst.
[00:00:11:15 - 00:00:15:19]
Er hat ihn angerufen und er hatte dann gesagt, nee, ich fühle es heute nicht.
[00:00:16:03 - 00:00:19:17]
Und sie hat dann nochmal nachgefragt, wie du schon gesagt hast, was ist denn los?
[00:00:19:21 - 00:00:24:14]
Und er hat ihr gesagt, nee, ich bin auch nicht krank, aber irgendwie, ich habe heute Schwierigkeiten, ich fühle es nicht.
[00:00:25:03 - 00:00:27:13]
Und da gab es dann natürlich eine große Unsicherheit.
[00:00:27:13 - 00:00:28:02]
Was ist jetzt?
[00:00:28:02 - 00:00:29:20]
Muss ich den jetzt einbestellen oder nicht?
[00:00:30:04 - 00:00:38:16]
Und das ist eine ganz spannende Perspektive, denn Generationen schauen ja mit unterschiedlichen Perspektiven darauf und verhandeln eben neu, was ist.
[00:00:39:04 - 00:00:45:03]
krank, was ist gesund und wir müssen darauf Antworten finden, was nicht bedeutet, dass wir damit einverstanden sind.
[00:00:45:09 - 00:01:03:15]
Also auch die Stationsleitung musste natürlich nicht damit einverstanden sein, aber wir müssen uns manchmal für Wissen noch engagieren, zu sagen, bei uns gibt es das nicht, ich fühle es nicht, sondern tatsächlich ist man krank oder nicht krank, triff eine Entscheidung und dann, wenn du die nicht treffen kannst, würde ich das eben dann treffen und wenn du nicht kommst, giltst du dann als unentschuldigt.
POV 16-jährige Praktikantin nennt sich Bossbitch
GENERATION ALPHA (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:08:02]
Also man geht davon aus, die sind eigentlich so, mir hat letztens eine Praktikantin, entschuldige, wenn ich das hier in einem Podcast sage, gesagt, Frau Kirschner, ich bin so eine Bossbitch.
[00:00:08:20 - 00:00:15:19]
Die sind ein bisschen anders drauf, weil die werden sehr digital assistiert groß.
[00:00:16:00 - 00:00:27:12]
Zu meiner Zeit, weißt du dieses, da macht die Mutti die Kassette an, da ist es so, die stellen ihre Tunibox oder ihr Tuni, meine Kinder sind nicht mehr so ganz klein, auf diese Box und dann tudelt das von selber.
[00:00:27:22 - 00:00:29:13]
Oder man bezieht die viel stärker ein.
[00:00:29:16 - 00:00:32:11]
Jetzt ist ja gerade der neue Trend bedürfnisorientierte Erziehung.
[00:00:33:03 - 00:00:37:15]
Also setz dein Bedürfnis durch, hat das ja vielleicht auch, wenn man es kritisch betrachtet.
[00:00:38:02 - 00:00:48:10]
Und man geht davon aus, dass die nicht ganz so harmonieorientiert sein werden wie die Generation Z, weil Generation Z und Y harmonieorientiert erzieht.
[00:00:48:20 - 00:00:50:22]
Ich könnte auch kritisch sagen, Konflikt vermeiden.
[00:00:50:22 - 00:00:52:06]
Deswegen hauen die ordentlich drauf.
[00:00:52:12 - 00:00:58:04]
Und junge Eltern, die Kinder im Alter haben, sagen ganz oft, ja, Frau Kirchner, das ist schon ein anderes Kaliber.
6z-play
GENERATION Z & HIERARCHIE (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:07:17]
Ich erinnere mich, als mein Sohn das erste Mal zugeguckt hat, wie ein anderer YouTube spielt und dabei geredet hat.
[00:00:09:09 - 00:00:11:03]
Und dann dachte ich, was soll denn das jetzt?
[00:00:11:22 - 00:00:12:22]
Logischerweise, was soll das jetzt?
[00:00:12:24 - 00:00:14:10]
Ich bin Y-er, warum guckst du den?
[00:00:14:13 - 00:00:15:20]
Du kennst den gar nicht und so weiter.
[00:00:16:11 - 00:00:18:14]
Ein Xer würde sagen, was ist denn das Ziel?
[00:00:18:18 - 00:00:20:00]
Willst du auch mal so gut werden?
[00:00:20:24 - 00:00:24:09]
Ein Boomer würde sagen, jetzt hängt der wieder vorm Handy oder jetzt daddelt der wieder.
[00:00:24:17 - 00:00:25:01]
Sinnlos.
[00:00:25:13 - 00:00:26:14]
Soll lieber spielen gehen.
[00:00:26:24 - 00:00:28:11]
Aber der war mit seinen Freunden im Austausch.
[00:00:28:11 - 00:00:31:15]
Das heißt, der spielte mit seinen Freunden, aber im digitalen Raum.
[00:00:32:04 - 00:00:34:06]
Und digitaler Raum ist hierarchiefrei.
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Ich habe ja eingangs gesagt, Babyboomer, Hierarchie gelernt, Status gelernt.
[00:00:38:24 - 00:00:42:14]
Im digitalen Raum kannst du jeden ansprechen, kannst du jeden duzen.
[00:00:42:16 - 00:00:47:09]
Es ist völlig unklar für die Generation, warum sollst du diese Tippel-Tappel-Tour manchmal.
[00:00:47:22 - 00:00:52:10]
Dann fragst du den Vorgesetzten und der fragt seinen Vorgesetzten und der fragt den anderen Vorgesetzten.
[00:00:52:12 - 00:00:54:00]
Das heißt, das muss man gut mit.
[00:00:54:12 - 00:00:57:03]
erklären, was sind die Erwartungen, wie wir hier kommunizieren.
[00:00:57:16 - 00:00:59:15]
Sonst arbeiten die sehr ergebnisorientiert.
4boomy
WARUM BABYBOOMER NICHT REFLEKTIEREN (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:07:07]
Und, das will ich gern dazu sagen, die Babyboomer, da hat Reflexion überhaupt keine Rolle in Schule gespielt.
[00:00:07:15 - 00:00:15:20]
Das heißt, wenn ich mit den Workshops mache, mit älteren Kolleginnen und Kollegen und wir reflektieren, dann gucken die mich immer an und sagen, Frau Kirschner, können wir mal was Richtiges machen?
[00:00:16:15 - 00:00:19:09]
Weil das ist tatsächlich ungeübt.
[00:00:19:10 - 00:00:22:09]
Und auch diese Personalgespräche sind ungeübt.
[00:00:22:10 - 00:00:28:10]
Wenn ich dann Führungskräfte habe, Oberärzte, die sind in zehn Minuten fertig mit diesem Bogen und sagen, gibt's was?
[00:00:28:10 - 00:00:29:16]
Nee, dann mach mal hier deine Kreuze.
[00:00:30:00 - 00:00:35:03]
Weil einfach dieses wirklich lange Reflektieren über eine Sache ganz ungewohnt ist.
[00:00:35:05 - 00:00:41:00]
Das können die Y-er besser, weil sie das in Schule schon mehrheitlich hatten.
[00:00:41:16 - 00:00:44:03]
Die wollen gerne mitreden.
[00:00:44:03 - 00:00:45:02]
Die können auch.
[00:00:45:07 - 00:00:48:09]
Aber die haben meistens einen sehr hohen Selbstanspruch.
[00:00:48:09 - 00:00:54:17]
Deswegen gelten die medial ganz oft als im Dauerburnout, weil die viele Ideen für sich haben.
[00:00:55:13 - 00:01:00:16]
Weißt du, die wollen gerne gerade, ich bin ja eine Frau in dieser Generation, ich kann viele Dinge gut nachvollziehen.
[00:01:00:17 - 00:01:04:23]
Die wollen also gute, pädagogisch wertvoll in Elternschaft sein.
[00:01:05:01 - 00:01:09:10]
Die wollen eben gut auch sich ernähren, Sport machen, Karriere machen.
[00:01:09:15 - 00:01:12:24]
Und dann ist manchmal die Frage, mache ich schon gut genug oder nicht?
[00:01:13:00 - 00:01:15:06]
Bei der anderen sieht es so leicht aus im Instagram.
[00:01:15:14 - 00:01:16:11]
Die ist noch besser.
[00:01:16:17 - 00:01:18:00]
Die kann das noch besser.
[00:01:18:02 - 00:01:24:05]
Also wir sind so vergleichbar, weil wir im Kern immer noch ein bisschen daran glauben, dass das stimmt, dass es noch besser geht.
[00:01:24:14 - 00:01:24:23]
Okay.
[00:01:25:07 - 00:01:27:19]
Und womit kriege ich die jetzt?
[00:01:27:21 - 00:01:28:20]
Mit der Warum-Frage?
[00:01:28:21 - 00:01:29:20]
Habe ich das richtig verstanden?
[00:01:30:00 - 00:01:32:06]
Die wollen wissen, wozu machen wir das?
[00:01:32:19 - 00:01:34:10]
Also was ist der Sinn dahinter?
[00:01:34:10 - 00:01:35:16]
Sinn stiftende Tätigkeiten.
[00:01:35:16 - 00:01:41:03]
Und da haben wir Schwierigkeiten, oft zu binden, weil die wechseln auch bei Zufriedenheit am Arbeitsplatz.
[00:01:41:11 - 00:01:42:10]
Und weißt du warum?
[00:01:42:24 - 00:01:45:00]
Weil die sich viel für sich vorstellen können.
[00:01:45:10 - 00:01:51:10]
Für die Gruppe hat man praktisch Studienkreis Nachhilfe, was zu meiner Zeit gegründet.
[00:01:51:19 - 00:01:55:01]
Die haben ganz oft ein Selbstverständnis über, man kann alles lernen.
[00:01:56:04 - 00:01:58:00]
Und die können sich viel für sich vorstellen.
[00:01:58:09 - 00:02:00:16]
Ja, ich fühle mich sehr angesprochen auf jeden Fall.
[00:02:00:21 - 00:02:02:03]
Ich fühle mich sehr ertappt.
3y
DIE LETZTE GENERATION (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:05:03]
Generation Y sind die von 1981 bis 1994 Geborene.
[00:00:05:18 - 00:00:11:00]
Und jetzt musst du dir vorstellen, auch da guckt man immer, was sind prägende gesellschaftliche Ereignisse gewesen.
[00:00:11:07 - 00:00:14:06]
Die haben jetzt zum ersten Mal Internetboom erlebt.
[00:00:14:10 - 00:00:16:14]
Kennst du noch dieses 56k Modem?
[00:00:16:14 - 00:00:16:22]
Ja klar.
[00:00:17:00 - 00:00:21:17]
Wo man entscheiden muss, will ich telefonieren oder ins Internet?
[00:00:22:01 - 00:00:22:24]
Beides ging nicht.
[00:00:23:02 - 00:00:24:06]
Die kennen Videotheken.
[00:00:24:13 - 00:00:25:14]
Musst du dir vorstellen.
[00:00:25:22 - 00:00:26:11]
Weiß ich sehr genau.
[00:00:26:21 - 00:00:27:14]
Ich bin das, ja.
[00:00:28:11 - 00:00:40:18]
Und jungen Menschen muss ich das manchmal erklären, dass nicht Netflix die ganze Zeit ging, sondern dass wir uns für einen Film entschieden haben und verbindlich den wieder abgeben mussten und sonst Strafe bezahlt haben.
[00:00:41:10 - 00:00:46:03]
Babyboomer kennen noch ein bis zwei Fernsehprogramme mit Sperrbildschirm.
[00:00:46:05 - 00:00:48:09]
Ab 22 Uhr hat der Fernseher gesagt, geh ins Bett.
[00:00:48:14 - 00:00:49:17]
Da gibt es nichts mehr.
[00:00:50:05 - 00:00:52:20]
Sondern das heißt, Medien werden immer zugänglicher.
[00:00:54:08 - 00:01:01:02]
Das ist total spannend, weil unsere Generation ist praktisch die erste Generation, die Fotos vom Essen irgendwo hochgeladen hat.
[00:01:01:11 - 00:01:02:15]
Du erinnerst dich?
[00:01:02:18 - 00:01:08:21]
Es gab noch hier so MySpace oder wie hieß das mit dieser Blume?
[00:01:08:24 - 00:01:09:15]
Weißt du das noch?
[00:01:09:18 - 00:01:10:03]
ICQ?
[00:01:10:09 - 00:01:10:14]
ICQ.
[00:01:11:04 - 00:01:11:14]
Genau.
[00:01:12:00 - 00:01:19:04]
Und was ganz spannend ist, das ist die letzte Generation, die an ein Beweisbild glaubt.
[00:01:19:04 - 00:01:26:00]
Das heißt, wir glauben noch das, was wir im Internet sehen, auch wenn wir langsam lernen, okay, es ist fake, aber es setzt die Leute oft unter Druck.
[00:01:26:05 - 00:01:36:09]
Gerade junge Frauen, die in dieser Generation sind, die haben häufig viel Druck auch, weil das ist die Generation, die Erziehungsratgeber liest.
[00:01:36:18 - 00:01:41:10]
Das ist die Generation, die Wechseljahresratgeber liest, weil die tatsächlich das gut machen wollen.
[00:01:41:13 - 00:01:45:24]
Die gelten als bestausgebildete Generation, weil immer Förderung durch die Eltern.
[00:01:46:12 - 00:01:53:17]
Und die haben jetzt was anderes Witziges gemacht, nämlich die haben für sich ein Konzept festgestellt von Work-Life-Blending.
[00:01:54:12 - 00:02:02:20]
Bedeutet, ich hatte letztens auch einen jungen Radiologen im Gespräch und der hat gesagt, Frau Köschner, ich kann doch von woanders arbeiten.
[00:02:03:12 - 00:02:07:03]
Denn tatsächlich kann ich doch über den Tunnel mir die Röntgenbilder angucken.
[00:02:07:15 - 00:02:11:08]
Ich will aber 15 Uhr meinen Hund aus der Hundekita abholen.
[00:02:11:14 - 00:02:14:05]
Und wenn das nicht geht, dann kann ich hier nicht arbeiten.
[00:02:14:23 - 00:02:22:17]
Und das war für den Personaler eine große Herausforderung, weil der dachte, das ist mir jetzt hier langsam zu viel.
[00:02:23:11 - 00:02:27:05]
Und tatsächlich ist das eine Generation, die fragt oft, warum.
[00:02:27:10 - 00:02:31:10]
Für die braucht es sinnstiftende Tätigkeiten, schreiben wir denen in die Stellen rein.
2x
GENERATION X (eingeklappt – Klick zum Aufklappen)
[00:00:00:00 - 00:00:03:13]
Dann gibt es eine Generation, die nennen wir Generation X, die ist völlig unspektakulär.
[00:00:04:00 - 00:00:09:02]
Da hören wir immer weniger, weil die ist so geboren 1965 bis 1980.
[00:00:10:00 - 00:00:16:01]
Und für diejenigen schreiben wir manchmal in die Stellenreihen sicherer Arbeitsplatz, weil die haben den Mauerfall erlebt.
[00:00:16:16 - 00:00:19:22]
Die haben erlebt, dass tatsächlich sich der Arbeitsmarkt ändert.
[00:00:19:24 - 00:00:24:06]
Die ehemalige DDR, dass es Berufe gibt, die verfallen sind, dass ich neu anfangen muss.
[00:00:24:08 - 00:00:28:14]
Wir haben Brüche in den Lebensläufen und die sind...
[00:00:28:20 - 00:00:40:09]
Auch die Generation übrigens, die auf das Mitarbeiterjahresgespräch steht, die haben also gelernt, dass ich einmal im Jahr nach meiner Meinung gefragt werde, beteiligt werde und das auch in Ordnung ist.
[00:00:41:12 - 00:00:43:01]
Die arbeiten häufig 40 Stunden.
[00:00:43:08 - 00:00:45:18]
Die sind auch über Prämien zu haben etc.
[00:00:46:13 - 00:00:49:00]
Da gibt es oft wenig zuzusagen.
[00:00:49:03 - 00:00:53:07]
Die Generation Y, ich sage es jetzt mal und ich weiß, das ist ein bisschen provokant.
[00:00:53:07 - 00:00:54:16]
Stopp, X ist schon fertig?
[00:00:55:16 - 00:00:59:00]
Ja, also ich kann gerne noch was zu X sagen, wenn du magst.
[00:00:59:08 - 00:01:07:23]
Das sind tatsächlich die, wo man sagt, ja, die streben nach Selbstständigkeit, die sind pragmatisch, die können mitgestalten, die orientieren sich an Mitarbeitenden.
[00:01:08:05 - 00:01:10:19]
Und das ist vielleicht noch wichtig zu X.
[00:01:10:22 - 00:01:14:22]
Von denen kommt die Work-Life-Balance.
[00:01:15:02 - 00:01:17:18]
Die wird manchmal falschen Generationen zugeschrieben.
[00:01:17:19 - 00:01:21:03]
Aber Work-Life-Balance heißt, wenn ich arbeite, arbeite ich.
[00:01:21:03 - 00:01:22:12]
Wenn ich zu Hause bin, bin ich zu Hause.
[00:01:22:13 - 00:01:26:07]
Da lese ich keine E-Mails, sondern ich tue immer dort das.
[00:01:26:20 - 00:01:28:21]
was gerade in dieser Situation notwendig ist.
[00:01:28:22 - 00:01:30:04]
Und das muss im Balance bleiben.
[00:01:30:20 - 00:01:34:20]
Wichtig ist noch, die Xer, die müssen ans Ziel glauben.
[00:01:35:06 - 00:01:41:02]
Also wenn man was verändern möchte im Krankenhaus, dann müssen die die Idee haben, was soll denn hinten rauskommen.
[00:01:41:08 - 00:01:45:11]
Wir kommen langsam in die Richtung Individualisierung.
[00:01:45:14 - 00:01:49:05]
Also von Babyboomern bis heute individualisiert sich zunehmend.
[00:01:50:15 - 00:01:55:09]
Das heißt, auch Status geht zunehmend nach unten.
[00:01:56:11 - 00:01:58:16]
Status, die Bedeutung von Führung ändert sich.
[00:01:58:22 - 00:02:06:00]
Generation X und auch die Babyboomer sind die letzte Generation, die ausschließlich eine fachliche Führungskraft möchte.
[00:02:08:10 - 00:02:13:03]
Fachlichkeit ist wichtig, aber das ist nicht das Alleinstellungsmerkmal für eine Führung.
[00:02:13:10 - 00:02:17:17]
Und die Bereitschaft, Führung zu übernehmen, die geht in den Generationen nach unten.
[00:02:17:20 - 00:02:22:09]
Ich kenne ganz viele, die sagen mir, Frau Kirschner, ich mache das mit der Führungskraft, aber nicht mit den Leuten.
[00:02:22:20 - 00:02:26:20]
Also ich nehme gerne ein Projekt oder so, aber ich will mich nicht mit den Leuten beschäftigen.